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Praktisches Zubehör für dein Keyboard

Sicher wolltest du immer schon wissen, welches sinnvolle Zubehör es für dein Keyboard gibt. Daher schreibe ich dir jetzt hier die wichtigsten Dinge auf, die dein Keyboarder-Leben leichter und angenehmer machen.

Staubschutz

Wenn du dein Keyboard gerade nicht spielst und nicht möchtest, dass sich Staub darauf ablegt, dann solltest du über die Anschaffung einer Staubschutzhaube nachdenken. Die legst du einfach nach dem Spielen auf das Keyboard, und so ist es gut gegen Staub oder Fasern geschützt. Wenn dein Keyboard in der Küche steht oder in einem zur Küche offenen Esszimmer oder Wohnzimmer, dann brauchst du so eine Hülle erst recht, denn der natürliche Feind deines Keyboards in solchen Szenarien ist unsichtbares Fett vom Braten, das sich mit der Zeit auf allen Oberflächen niederschlägt.

Es geht dabei aber nicht nur um die Oberfläche deines Keyboards selbst, sondern es geht vor allem auch um die Klaviatur, denn dort fallen Staub und Fasern nicht nur auf die Tasten selbst, sondern sie fallen vor allem auch zwischen die Tasten, und das kann mit der Zeit dazu führen, dass die Kontakte der Tasten in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn du keine Staubschutzhaube verwenden möchtest, dann solltest du aber auf jeden Fall einen großen Staubwedel mit weichen Fasern parat haben, mit dem du einmal pro Woche den Staub von deinem Keyboard wegwischst. Und wie gesagt: Ist ein Kochfeld im Umkreis von 5-7 Metern in der Nähe, dann solltest du wirklich unbedingt eine Schutzhaube verwenden. Zur Not und wenn du keine kaufen möchtest, dann nimmst du eben als Notersatz ein ausreichend großes, fusselfreies Tuch, das du über dein Keyboard legst, wenn du nicht damit spielst.

Notenständer

Falls dein Keyboard einen Notenständer hat, dann solltest du ihn immer auch montieren, selbst wenn du nicht nach Noten spielst. Es ist einfach praktisch, so eine aufrechte Ablage hinter dem Keyboard zu haben, denn du wirst vielleicht auch mal zum Beispiel dein Tablet darauf abstellen, um dir die Kurse der OpenMusicSchool anzuschauen, oder du machst dir Notizen zu dem Song, den du gerade spielst – beispielsweise zu seinem Ablauf oder den Akkordwechseln. Ich mache das auch so, und ich brauche auch nichts anderes als manchmal diese Akkordwechsel. Da steht dann zum Beispiel

Strophe:          C  D  F  G

Refrain:           F  G  F  C

und dann weiß ich, welche Akkorde ich mit der linken Hand wann nacheinander spielen muss. Außerdem kannst du auf dem Notenständer immer prima dein Handy ablegen und hast es so immer im Blick, bzw. spielst Musik damit ab, zu der du dazuspielen möchtest. Und: Für eine schnelle und unkomplizierte Audioaufnahme (oder Selfie-Video natürlich, wenn du dich auch gerne beim Spielen gleich sehen möchtest) ist der Notenständer ebenfalls eine prima Angelegenheit. Denn wenn dein Handy da schon steht bzw. liegt, dann brauchst du nur noch auf Aufnahme zu tippen und kannst gleich mit der Aufnahme loslegen. Später im Auto oder in der S-Bahn oder beim Spazieren kannst du dir dann immer deine eigene, selbstgemachte Aufnahme anhören, und glaube mir – es gibt nichts Schönere als das!

Keyboardständer

Falls du noch keinen Keyboardständer hast, dann solltest du dir unbedingt einen zulegen und zwar wie schon an anderer Stelle beschrieben einen, den du in der Höhe verstellen kannst und der vor allem auch stabil steht. Die X-Ständer (‘X’, weil so ein Ständer auf der X-förmigen Anordnung der beiden Ständerbeine, die sich in der Mitte treffen, beruht) sind meistens nicht sehr stabil, und deswegen kann ich sie dir nicht empfehlen. Es gibt aber noch einen viel wichtigeren Grund, warum ich sie dir nicht empfehlen kann: Das ‘X’ ist ständig deinem Knie und meistens sogar beiden im Weg, und du kannst nicht ergonomisch vor und an deinem Keyboard sitzen. Daher ist es besser, du nimmst einen rechteckigen Keyboardständer, der dir diesbezüglich nicht im Weg ist. Diese sind in der Regel etwas aufwendiger und teurer, aber die Mehrausgabe lohnt sich auf jeden Fall.

Pedal(e)

Falls du noch kein Haltepedal hast, dann solltest du dieses kaufen. Du schließt es hinten an deinem Keyboard an, und erst mit diesem Pedal macht das Keyboard spielen so richtig Spaß! Damit es nicht auf dem Boden herumrutscht, kannst du dir in einem Teppichladen ein kleines Stück flachen und stabilen Teppich aus der Resteecke holen, und auf diesem Stück Teppich klebst du dann dein Pedal mit doppelseitigem Klebeband fest. Oder – wenn du schon einen Teppichboden hast, dann kannst du das Pedal auch auf einem kleinen flachen Brett montieren. Du solltest aber nie dein Pedal direkt auf den vorhandenen Fußboden kleben – ganz egal, ob du Parkett, Laminat oder Teppichboden hast -, denn viele der doppelseitigen Klebebänder sind recht aggressiv und werden es umso mehr, je länger sie ihren klebenden Dienst verrichten. Und da du dir nicht deinen schönen Fußboden ruinieren möchtest, ist es eben besser, du bastelst dir etwas wie oben beschrieben. Das Ganze ist wichtig, damit dein Pedal stabil steht und nicht ständig herumrutscht, denn das lenkt dich nur beim Spielen ab und raubt dir unnötigerweise einen Teil deiner wertvollen Konzentration.

Falls dein Keyboard auch noch Anschlüsse für weitere Pedale hat, dann solltest du diese genauso fixieren wie das Haltepedal. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, dass du zunächst einmal einen ‘Trockentest’ über ein paar Tage oder Wochen machst, damit du genau siehst, wie die Pedale am sinnvollsten für deine Bedürfnisse angeordnet sein müssen. Dabei wirst du feststellen, dass sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht parallel ausgerichtet nebeneinander stehen werden. Nehmen wir an, du spielst mit drei Pedalen – deinem Haltepedal, einem von der Größe her ähnlichen oder gleichgroßen Pedal, um zum Beispiel einen Break im Song auszulösen, und dann hast du noch ein Pedal, mit dem du die Lautstärke steuerst oder deinen Melodieklang modulierst (zum Beispiel ein Vibrato erzeugst).

Dann kann es durchaus sein, dass die beiden erstgenannten Pedale eher parallel ausgerichtet vor dir stehen, wobei das Haltepedal normalerweise genau da steht, wo dein rechter Fuß in der Regel steht (bzw. davor), und das Break-Pedal steht links daneben. Achte hier bitte darauf, dass die beiden nicht zu nahe beieinander stehen, denn sonst kann es dir passieren, dass du beim Betätigen des Haltepedals, das du ja sehr oft betätigen wirst, immer wieder einen ungewollten Break im Song auslöst. Die beiden dürfen schon durchaus 20 oder 30 Zentimeter weit voneinander entfernt stehen. Vielleicht drehst du das Break-Pedal auch mit der zu dir zeigenden Vorderkante leicht nach innen – probiere es einfach einmal aus.

Das in der Regel deutlich größere Volumen- oder Modulationspedal hingegen kannst du zum Beispiel rechts platzieren, und auch dieses sollte einen gewissen Abstand zum Haltepedal haben. Sehr wahrscheinlich wirst du aber vor allem dieses Pedal mit seinem unteren / vorderen Bereich nach innen gedreht aufstellen, denn so spielt es sich einfach ergonomischer. Du siehst schon – es lohnt sich, wenn du dir da ein bisschen Zeit nimmst, die Aufstellung an deine konkreten Bedürfnisse anzupassen, und erst wenn du mit dieser Aufstellung auch wirklich zufrieden bist, solltest du die Pedale mit dem doppelseitigen Klebeband fixieren.

Mikrofon

Wenn dein Keyboard einen Anschluss für ein Mikrofon hat, dann brauchst du natürlich auch ein solches, wenn du beim Spielen mitsingen möchtest. Ich empfehle dir das sehr, selbst wenn du vielleicht noch nie gesungen hast. Du wirst es sehr schnell lernen, und wenn du zu deinem Spiel dazu singst, dann bist du noch einmal deutlich mehr und intensiver in der Musik und in dem Song verankert, und das ist eine überwältigende Erfahrung. Immer wieder!

Du kannst aber nicht einfach irgendein Mikrofon kaufen. Schau’ bitte erst einmal, was der Hersteller des Keyboards direkt empfiehlt, und dann lasse dir in einem gut sortierten Musikfachgeschäft ein paar passende Mikrofone zeigen. Idealerweise haben sie dort dein Keyboard anspielbereit verfügbar, oder du nimmst deines einfach mit. So kannst du vor Ort testen, ob dir das Mikrofon gefällt und ob es zu dir passt. Vereinbare aber auf jeden Fall ein Rückgaberecht, denn es ist eine Sache, wie du das Mikrofon im Laden erlebst. Aber es ist oft eine ganz andere Sache, ob es dann auch wirklich bei dir zuhause genau das ist, was du dir vorgestellt hast.

Wenn du das Mikrofon im Internet bestellst, dann hast du ja ohnehin das gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsrecht. Teste das Mikrofon über deine Lautsprecher. Kommt es zu schnell zu unschönen und quietschenden Feedbacks, ist es womöglich nicht das richtige Modell für dich. Klingt deine Stimme gut, wenn du singst? Ist es zu empfindlich? Zu wenig empfindlich? Kommst du vielleicht viel besser mit einem Kopf-Mikrofon zurecht, bei dem die Mikrofonkapsel direkt seitlich vor einem deiner Mundwinkel sitzt (nie direkt davor platzieren, denn sonst rauscht es bei jedem Luftholen bzw. Ausatmen laut)? Klingt das Mikrofon auch gut, wenn du den Kopfhörer benutzt? Vor allem da? Hier hilft nur Ausprobieren, und genau das solltest du tun – es lohnt sich sehr!

Und: Es ist überhaupt nicht so, dass die teureren Mikrofone automatisch die besseren und besten sind. Ein Beispiel: Als wir mit der OpenMusicSchool angefangen haben, mussten Sprechermikrofone her – die sogenannten Lavalier-Mikros. Die kennst du bestimmt – das sind diese kleinen Minimikros, die du immer bei Interviews (oder eben bei der OpenMusicSchool) am oberen Teil der Bekleidung – meistens am Kragen – siehst. Diese sollten mit einem Funksender verbunden sein, damit wir uns beim Drehen auch mal frei bewegen können. Aus diesem Grund hatten wir damals Komplettsets namhafter Hersteller im Preisbereich zwischen 200 und 2.000 Euro sehr genau miteinander verglichen. Und du wirst es nicht glauben, aber das 200-Euro-Set war mit Abstand das unkomplizierteste und hatte noch dazu eine Sprachqualität, die den besten Sets in nichts nachstand. Und da wir diese Sets jetzt schon seit weit über 10 Jahren benutzen, kannst du davon ausgehen, dass auch die Verarbeitungsqualität über jeden Zweifel erhaben ist, denn wie du dir sicher vorstellen kannst, müssen diese Teile im teilweise hektischen Produktionsbetrieb bei uns so einiges aushalten.

Aber ich habe auch noch ein anderes Beispiel: Wir verwenden im Studio viele verschiedene Mikrofone, und darunter sind natürlich auch ein paar Klassiker zu finden. Einer dieser Klassiker, den du in jedem professionellen Tonstudio der Welt findest, kostet ca. 2.000 Euro. Vor ein paar Jahren hat aber jemand eine Mikrofonserie herausgebracht, die man nur bei ebay kaufen kann – dort aber neu. Diese Mikros sehen hier und da ein bisschen wie Spielzeug aus. Und doch haben wir Exemplare von diesem Hersteller, die das viel teurere ‘Standardmikrofon’ bisweilen von der Audioqualität nicht nur erreichen, sondern oft sogar übertreffen. Kostenpunkt: 70 Euro. Kein Witz! Du siehst also – Vergleichen lohnt sich immer – vor allem beim Mikrofonkauf.

Verstärkung!

Wenn du dein Keyboard auch mal lauter spielen möchtest oder auch an Live-Darbietungen denkst, dann solltest du dir einen passenden Verstärker anschaffen. Der Markt für solche Lösungen ist enorm groß und vielfältig, und ich empfehle dir ein 2.1-System, bei dem du die Hoch- / Mitteltöner rechts und links von deinem Keyboard (auf entsprechenden und in der Höhe verstellbaren Ständern) aufstellst, während du den voluminöseren Subwoofer dort aufstellen kannst, wo er dir am wenigsten im Weg ist. Solche Systeme gibt es bereits in guter Qualität ab 300 Euro. Achte aber bitte darauf, dass sie ein unhörbares Grundrauschen haben, wenn du diesbezüglich nicht zuhause davon genervt werden möchtest, denn zuhause wirst du den Verstärker sicherlich auch sehr gerne einsetzen wollen, denn so ein System klingt naturgemäß immer viel besser als jedes noch so aufwendig konzipierte eingebaute Lautsprechersystem. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass das Gehäusevolumen deines Keyboards ja durchaus begrenzt ist. Aber auf jeden Fall macht das Spielen auch mal in höherer Lautstärke enorm viel Spaß, denn es fühlt sich einfach ganz anders und einfach großartig an! Du musst ja nicht gleich die Wände oder Decken einreißen damitJ Aber der Klang ist einfach in jeder Hinsicht voller und runder und wird dich total begeistern!

Transporttasche

Und wo wir gerade bei der Live-Anwendung sind oder dem Moment, wo du dein Keyboard vielleicht mit in den Laden nimmst, um ein konkretes Mikrofon zu testen: Eine Transporttasche ist immer gut. Vielleicht gehst du auch mal zu Freunden auf eine Party (Stichwort ‘Happy Birthday’) oder du besuchst deine Mama oder deine Oma oder wer auch immer dir am Herzen liegt. Dann ist es doch praktisch, wenn du dein Keyboard jederzeit überall mit hinnehmen kannst. Du solltest es aber eben nicht einfach nur so ins Auto legen, denn wie du weißt – irgendwann fällt irgendwas immer darauf.

 Also kaufe dir eine schöne Tasche. Diese kosten heute keine Unsummen mehr, und achte bei dieser Gelegenheit auch darauf, dass sie ausreichend gefüttert ist, sodass du dein wertvolles Keyboard auch immer gut und sicher darin verstauen kannst. Auch sollte diese Tasche nicht nur Platz für dein Keyboard bieten, sondern das Netzteil muss auch noch irgendwo hin und natürlich auch dein Haltepedal. Lieber gibst du ein paar Euro mehr an dieser Stelle aus, hast dafür aber jahrelange Freude mit deiner Transporttasche.

Viel Spaß beim Keyboard spielen,

Dein Philip Edelmann

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Philip Edelmann

Ich bin Gründer und Geschäftsführer der OpenMusicSchool und unterrichte seit über 10 Jahren einfach und spielerisch Schlagzeug, Klavier, Keyboard, Gitarre und Bass mit Online Video Kursen.

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