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Die 5 häufigsten Fehler beim Keyboard spielen

1. Das falsche Stück

Du solltest immer ein Stück wählen, das auch zum derzeitigen Stand deiner Fähigkeiten passt, denn sonst bist du frustriert, wenn du nicht weiterkommst. Zu diesem Zweck ordnen wir bei der OpenMusicSchool für dich die Kurse immer in übersichtliche Schwierigkeits-Kategorien ein, sodass du dich von der ersten Sekunde an problemlos zurechtfindest. Es kann dennoch einmal sein, dass du an einer Stelle nicht weiterkommst – das ist völlig normal. Dann machst du entweder so lange weiter, bis du die Stelle beherrschst, oder aber du machst sie dir selbst ein bisschen leichter, indem du zum Beispiel ein paar Noten so weglässt, dass es immer noch gut klingt, und später erst – nach ein paar Wochen – gehst du diese Stelle noch einmal an und trainierst diese so lange, bis du sie geschafft hast. Wenn du aber bei quasi jedem zweiten oder dritten Takt so eine Stelle hast, dann kannst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das Stück noch etwas zu schwer für dich ist. Lege es dann auf die Seite und versuche dich an einem anderen. Du wirst sehen – so kommst du viel besser und schneller weiter.

2. Alles auf einmal und alles ganz schnell!

Sicher gibt es hin und wieder jemanden, dem alles wie von selbst zufliegt. Bei mir war das aber zum Beispiel nicht der Fall, und in Wahrheit ist es bei den meisten Menschen nicht der Fall. Immerhin machst du hier etwas zum allerersten Mal in deinem Leben, und deine Hände und Finger sind noch gar nicht darauf trainiert, auf ebenen Tasten zu spielen, die kaum größer sind als deine Finger selbst. Das ist also völlig normal. Und deswegen brauchst du auch ein bisschen Geduld. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, und wenn du genug Geduld mit dir hast, kommst du tatsächlich schneller voran, als wenn du dir selbst Druck machst und dir alles nicht schnell genug geht.

Du denkst vielleicht ‘So schwer kann das doch nicht sein!’, und wenn du morgen wieder etwas Tolles geschafft hast, von dem du dir gestern nicht hättest vorstellen können, es jemals zu beherrschen, dann ist das zwar super – aber es kann eben auch zu Ungeduld führen. Tatsache ist: Es wird immer wieder Stellen geben, die dich richtig herausfordern, obwohl du vielleicht schon ganz ähnliche Stellen bereits gemeistert hast. Aber vielleicht hast du es jetzt mit einem anderen Fingersatz zu tun, und der ist eben ungewohnter als der beim letzten Mal. Dann nimm’ dir einfach die Zeit, die du brauchst, spiele alles immer ganz langsam, und erst wenn die Stelle im aktuellen Tempo sitzt, dann spielst du sie nach und nach etwas schneller. So etwas kann und darf gerne auch mal ein paar Stunden dauern, aber ich verspreche dir, dass du für deine Geduld immer mehr als reichlich belohnt werden wirst.

3. Falscher Sound

Du bist unzufrieden, weil der Song, den du gerade spielst, nicht so klingt, wie du ihn gerne haben möchtest? Wenn dem so ist, kann das an verschiedenen Dingen liegen. Einerseits kann es einfach sein, dass der Style nicht passt. Hast du schon einen anderen versucht? Oder eine Variation? Wenn ein sogenannter ‘8-Beat Rock’ empfohlen wird und du beispielsweise so einen Style hast, dann heißt das nicht, dass er dir auch gefällt. Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen hinsichtlich der Styles, und nicht alles ist vergleichbar.

Hast du auch versucht, den Melodieklang zu ändern? Vielleicht magst du etwas Synthetisches bei dem Song lieber als ein Klavier oder Saxofon? Oft wirst du auch dann erst richtig zufrieden sein, wenn du beides – also den Style UND den Melodieklang – deinen Wünschen entsprechend ausgesucht hast und den Song damit spielst. Wie schaut es zudem mit dem Tempo aus? Vielleicht findest du den Song schon cool, aber irgend etwas Entscheidendes fehlt dennoch? Probiere 5-10 bpm mehr. Probiere 20 bpm mehr. Und manchmal wirst du einen Song auch langsamer machen müssen, wenn du nicht happy damit bist. Das Tempo ist sehr wichtig und beeinflusst deinen Song kreativ sehr stark.

Last but not least kann es sein, dass deine Ansprüche mit der Zeit gestiegen sind und du vielleicht über die Anschaffung eines neuen Keyboards nachdenken solltest. Denn eines Tages hast du dich vielleicht an den Styles deines Keyboards einfach sattgehört, und wenn dein erstes Keyboard eines aus dem Einsteigersegment ist, dann ist das sogar recht wahrscheinlich. Umso besser, dass es von hier ab in jedem weiteren Preissegment tolle Instrumente gibt, die dich dann auch noch tatsächlich viel mehr begeistern werden. Falls es dein Budget zulässt, kaufst du vielleicht gleich eines, bei dem du später neue Styles hinzukaufen und im Keyboard abrufbereit speichern kannst. Dann hast du schon mal für die nächsten Jahre immer frisches Style-Material zur Verfügung, wenn du mal wieder mehr Abwechslung haben möchtest.

4. Unangenehme Haltung / Spielposition

Viele Keyboardspieler kaufen sich irgendwann ihr erstes Keyboard und stellen es dann irgendwohin, wo es einigermaßen gut steht. Das ist aber oft nur ein Kompromiss, denn gerade die Höhe der Klaviatur ist natürlich außerordentlich entscheidend dafür, wie wohl du dich beim Spielen fühlst. Vielleicht ist dann jetzt der richtige Zeitpunkt dafür gekommen, ins Musikgeschäft zu gehen, wo du dir einen verstellbaren und qualitativ hochwertigen Keyboardständer kaufst. Diesen stellst du dir dann perfekt ein, sodass du auch perfekt ergonomisch spielen kannst. Diese Investition lohnt sich immer, und ich habe aber nicht ohne Grund ‘qualitativ hochwertig’ geschrieben, denn ich halte nicht sehr viel von diesen einfachen X-Ständern. Ich nutze solche Ständer selbst ab und an im Studio, wenn ich zum Beispiel für einen Dreh mal ein Instrument dazustellen muss. Das ist aber immer nur eine temporäre Angelegenheit, und dafür sind diese Ständer praktisch. Für dich sollte es aber immer etwas Solides sein, denn je solider dein Keyboard in der richtigen Höhe steht, desto wohler wirst du dich beim Spielen fühlen, und desto mehr Spaß wird dir das Spielen machen.

5. Probleme mit der Klaviatur / Tastatur

Es kann sein, dass diese deinen Ansprüchen nicht (mehr) genügt. Dann wirst du um einen Neukauf nicht herumkommen. Und wenn du aber an diesem Punkt bist, dann empfehle ich dir das auch sehr entschieden. Denn: Deine Klaviatur – deine Keyboard-Tastatur – ist die wichtigste Schnittstelle zwischen dir und deinem Instrument. Ist sie zu leichtgängig und zu klapprig, dann verspielst du dich ständig (bzw. alle Verspieler treten viel deutlicher zutage), und wenn sie zu schwergängig ist, dann fühlt sie sich teigig an. Letztgenanntes Problem tritt aber eher selten auf – in der Regel wirst du es mit einer zu leichten und zu klapprigen Tastatur zu tun haben, denn es ist logisch, dass sich eine solche viel günstiger fertigen lässt. Wenn du also feststellst, dass du dich nicht wohlfühlst, dann kaufe dir bitte ein neues und besseres Keyboard.

So viele Keyboardspieler machen von Anfang an den Fehler, dass sie sich mit einer klapprigen Tastatur herumschlagen und deswegen frustriert sind, denn sie verspielen sich eben laufend. Wie das kommt? Nun – ganz einfach: Wenn die Tastatur zu leichtgängig ist, dann registriert sie absolut jeden Tastendruck von dir. Jeden! Jetzt wirst du vielleicht sagen ‘Aber muss das nicht so sein?’. Nein, tatsächlich muss – und soll – das nicht so sein. Natürlich soll das Keyboard alles wiedergeben, was du ihm mit deinen Fingern mitteilst. Aber du brauchst bei einer Klaviatur immer auch einen Gegendruck – einen Widerstand, den du überwindest. Er gibt dir mehr Sicherheit und verzeiht mehr Fehler, ohne aber etwas von deinem Spiel wegzunehmen.

Das ist aber ein Thema, das du nicht über einen Parameter in den Einstellungen so richtig verbessern kannst. Manchmal kannst du das, denn manche Keyboards bieten die Möglichkeit, die technische Interpretation deines Spiels in Form einer wählbaren  Anschlagsdynamik-Kurve zu beeinflussen. Aber das ist nur ein Kompromiss – und meistens ein fauler. Denn was du brauchst, ist eine gute Tastaturmechanik – den richtigen in der Regel durch Federn erzeugten mechanischen Gegendruck, und den kannst du eben nicht mit einem Parameter simulieren oder diesbezügliche Schwächen wirklich zufriedenstellend ausbügeln.

Viel Spaß beim Keyboardspielen,

Dein Philip Edelmann

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Philip Edelmann

Ich bin Gründer und Geschäftsführer der OpenMusicSchool und unterrichte seit über 10 Jahren einfach und spielerisch Schlagzeug, Klavier, Keyboard, Gitarre und Bass mit Online Video Kursen.

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