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Muss ich mein Klavier stimmen?

Stimmen oder nicht stimmen – das ist hier die Frage!

Ein elektronisches Piano, ein Digitalpiano, wird überhaupt nicht gestimmt. Die Klangerzeugung basiert hier nämlich nicht auf mechanischen Komponenten und vor allem – Saiten. Einzig die Festlegung auf den Kammerton, also eine Richtfrequenz des Tons A kann digital eingestellt werden. (Üblicherweise 440 Hz). Saiten bei einem akustischen Klavier hingegen sind genauso Saiten wie bei jedem anderen Saiteninstrument. Daher unterliegen sie erstens einem nicht zu verhindernden Verschleiß durch Reißen und vor allem aber zweitens der Tendenz zur tonalen Ungenauigkeit mit der Zeit. Das Problem dabei: Du merkst es zu Anfang wahrscheinlich gar nicht, denn erstens ist es ein schleichender Prozess, und zweitens – je nach Klavier und Qualität der Saiten bzw. des mechanischen Aufbaus deines Klaviers – verstimmen sich auch vielleicht mehr die Mitten als die Höhen oder die Basssaiten.

Wie dem auch sei: Dein akustisches Klavier muss gestimmt werden! Denn: Es gibt kaum etwas Wichtigeres in der Musik als dein Gehör und die sogenannte Intonation. Du kennst das sicher von einem Sänger, der den richtigen Ton nicht trifft oder einem Gitarristen, dessen Gitarre nicht richtig gestimmt ist. Gruselig… und beim Klavier ist das genauso.

Schleichend falsches Hören…

Das Problem ist, dass sich dein Ohr recht schnell an die neue ‘Stimmung’ gewöhnt. Diese ist aber unter Umständen, gerade bei einem alten Klavier, nicht nur nicht richtig, sondern sogar richtig falsch, falls das Wortspiel gestattet ist. Dein Gehör gewöhnt sich schleichend an etwas, an das es sich unter keinen Umständen gewöhnen darf, denn du willst dein Ohr ja nur mit den richtigen Frequenzen versorgen – jenen, die auch zum Rest der Musik passen. Nur so entwickelst du ein gutes Gefühl für Harmonien und das Zusammenspiel verschiedener Instrumente.

Regelmäßig stimmen…

Von daher ist es einfach unerlässlich, dass du dein Klavier regelmäßig stimmen lässt, und mit regelmäßig meine ich einmal im Jahr. Mindestens. Vor allem wenn dein Klavier an einer zugigen Stelle im Raum steht oder einfach vergleichsweise oft vom Lüften betroffen ist. Oder wenn es logischerweise in deinem warmen Raum steht und im Winter aber beim Lüften noch dazu kalte Luft an ihm vorbeizieht – für jedes akustische Instrument sind solche Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ein echtes Problem. Einer zimmerwarmen Gitarre kannst du im Grunde ‘beim Verstimmen zuschauen’, wenn du das Fenster aufmachst und den kalten Winter reinlässt – selbst wenige Minuten reichen da völlig! Ein Klavier verstimmt sich da nicht ganz so schnell, aber das Problem ist dennoch das gleiche.

Stimmen und Kosten

Der Haken beim Stimmen: Das gibt es nicht umsonst, und du kannst es auch normalerweise nicht selbst machen, sondern beauftragst dafür einen Klavierstimmer. Es kostet zwischen 80 € und 150 €. Ich empfehle dir aber dennoch, genau das zu tun, denn wenn du dich für ein akustisches Instrument entscheidest, dann muss dir auch klar sein, dass du damit eine Verantwortung eingehst – und zwar die Verantwortung für deine Ohren und für deine Intonation. Auf diese beiden Dinge musst du gut achtgeben, und von daher nochmals meine Bitte: Lasse dein akustisches Klavier regelmäßig stimmen. Oder – wenn du noch kein Klavier hast, dann entscheidest du dich vielleicht doch für ein Digitalpiano. Siehe hierzu den entsprechenden Artikel ‘Welches Klavier soll ich kaufen? Klavier Kaufberatung.’

Viel Spaß beim Klavier spielen,

Dein Philip Edelmann

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Philip Edelmann

Ich bin Gründer und Geschäftsführer der OpenMusicSchool und unterrichte seit über 10 Jahren einfach und spielerisch Schlagzeug, Klavier, Keyboard, Gitarre und Bass mit Online Video Kursen.

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