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Klavier Intervalle – einfach erklärt

Was ist ein Intervall beim Klavier spielen?

Als Klavier Intervalle werden die Abstände zweier Noten /Tasten bezeichnet. Dabei ist es egal, ob diese zwei Noten gleichzeitig klingen, oder nacheinander gespielt werden. Entscheidend ist der Abstand.

Die bekanntesten Intervalle sind sicher die Oktave und die Quarte. Die Oktave ist zwar nicht das weiteste Intervall, das du greifen kannst, aber von den ‘weiten’ ist es das mit Abstand häufigste – es klingt gleich wie dir Grundton, aber höher, da es die doppelte Frequenz hat. Und die Quarte? Nun, die kennst du von Signalen, die maximale Aufmerksamkeit erzeugen sollen. So erklingt zum Beispiel das Martinshorn in einer sogenannten ‘reinen Quarte’, und obwohl der Name des Intervalls ziemlich eindeutig auf eine Vier hinweist, sind es dennoch in diesem Fall 5 Halbtonschritte. Das liegt daran, dass sich die Intervalle über sogenannte Tonstufen erstrecken, und die Anzahl dieser Tonstufen hat wiederum mit der verwendeten Tonart zu tun. Und in einer bestimmten Tonart kann es dann eben sein, dass du mehr oder weniger Halbtöne brauchst. Und: Es gibt teilweise auch verschiedene Varianten der Intervalle, denen jeweils ein bestimmtes mathematisches Verhältnis entspricht – so zum Beispiel bei der gerade genannten Quarte. Schau’ dir mal diese Übersicht an:

Intervalle

Die Cent-Angabe auf der rechten Seite der Tabelle steht für einen Hilfmaßeinheit, um Tonhöhenunterschiede anzugeben. 100 Cent entsprechen dabei einem Halbton, 1200 Cent einer Oktave. Interessant ist, dass in der modernen gleichstufigen und zwölftönigen Stimmung einige Tonunterschiede bestimmter Intervalle wegfallen, die in älteren Stimmungen noch unterschieden wurden. Dadurch fehlen der westlichen Musik zwar einige feine Tonstufen, aber das System wird insgesamt deutlich einfacher und die Sprache der Musik ist somit noch universeller!

Noch mehr Intervalle gefällig?

Jetzt hatte ich ja gesagt, dass es auch noch ‘weitere’ Intervalle gibt – ‘weit’ im Sinne von ‘mehr als eine Oktave’. Und genauso ist es auch, wie du hier sehen kannst:

Jedes Intervall hat spezielle musikalischen Eigenschaften

Das Spannende an den Intervallen ist nun, dass sie jeweils ganz charakteristische Eigenschaften hinsichtlich ihrer musikalischen Wirkung haben. Über die Signalwirkung der Quarte haben wir schon gesprochen. Aber ganz allgemein lässt sich sagen, dass engere Intervalle natürlich auch musikalisch ‘enger’ klingen, und je weiter gestreckt sie sind, um so größer wirken sie. Das heißt aber nicht, dass kleine Intervalle weniger dramatisch sind, denn gerade die ‘kleine Sekunde’ zum Beispiel ist in aller Regel ganz außerordentlich dramatisch. Aber schon die nächste – die Terz – steht in den meisten Fällen für einen harmonischen und zarten Zusammenklang. So erklingt zum Beispiel die große Terz auf C in wunderschön klarem C-Dur, weil nämlich nach vier Halbtönen zum C das E gespielt wird: C-Cis-D-Dis-E. Du zählst also immer vom Grundton aufwärts, wobei du den Grundton gewissermaßen als ‘0’ ansiehst. Hat das entsprechende Intervall also wie in diesem Fall vier Halbtöne, kommst auf eben genannte Reihe: C-Cis-D-Dis-E.

Und wenn du dann aber auf C eine sogenannte kleine Terz spielst (sie hat einen Halbtonschritt weniger), dann landest du auf dem Es: C-Des-D-Es. Hast du gemerkt, dass sich die Notennamen geändert haben? Siehe hierzu auch den Artikel ‘Klaviertastatur erklärt’. Wenn du also dieses Intervall auf C spielst, dann hast du einen Moll-Zweiklang, der sich natürlich signifikant vom gerade zuvor gespielten Dur-Zweiklang unter Zuhilfenahme der großen Terz unterscheidet. Und doch sind beide romantisch und warm und klingen einfach so, wie du es als Zuhörer bei einem Wohlklang erwartest.

Der entscheidende Unterschied

Und so kommt es eben auch, dass es sogenannte ‘konsonante’ und ‘dissonante’ Intervalle gibt, und an den Bezeichnungen kannst du schon erkennen, was gemeint ist. Das eine ist aber keineswegs schlechter als das andere, denn natürlich finden wir zunächst einmal die konsonanten ‘Wohlklang’-Intervalle erst einmal super, denn sie klingen einfach ‘wohlig’ und gelernt. Aber keine Suppe ohne Salz, und deswegen sind die dissonanten Intervalle mindestens genauso wichtig, denn sie lassen uns auf die sogenannte ‘Auflösung’ warten, und das ist immer musikalisch ungemein spannend. Wenn wir also ein dissonantes Intervall hören, dann warten wir darauf, dass ein konsonantes folgt – mithin die soeben erwähnte ‘Auflösung’.

Über Intervalle kann man ganze Bücher schreiben, aber im Grunde geht es erst einmal darum, dass du weißt, dass es sie gibt und dass sie eine sehr große Bedeutung in der Musik haben. Wenn du aber Klavierstücke bei der OpenMusicSchool lernst, dann wirst du die Kenntnis – vor allem die tiefere Kenntnis – über das Thema ‘Intervalle’ häufig gar nicht brauchen, denn du spielst ja einfach das, was in der jeweiligen Situation gespielt wird, und da zählt nur, welche Taste du spielen musst und in welchem Tempo und Rhythmus und in welcher Lautstärke du das tust. Trotzdem schadet ein bisschen Theorie auch nicht, und es ist gut, wenn du schon einmal das Grundkonzept verstanden und die Namen von ein paar Intervallen gelesen hast. Wenn dich das Thema interessiert, dann sieh’ dir die passenden Theoriekurse bei der OpenMusicSchool an, zum Beispiel:

Videokurs Harmonielehre Teil 1

Videokurs Harmonielehre Teil 2

Videokurs Harmonielehre Teil 3

Viel Spaß beim Klavierspielen,

Dein Philip Edelmann

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Philip Edelmann

Ich bin Gründer und Geschäftsführer der OpenMusicSchool und unterrichte seit über 10 Jahren einfach und spielerisch Schlagzeug, Klavier, Keyboard, Gitarre und Bass mit Online Video Kursen.

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