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Die 10 nervigsten Dinge beim Schlagzeugspielen

Die 10 nervigsten Dinge beim Schlagzeugspielen? Gibt es überhaupt nervige Dinge an den Drums? Ja, so etwas gibt es! Aber zum Glück kannst du die meisten Dinge davon geschickt verhindern oder hast immer einen Plan B, wenn du diese Tipps hier anwendest.

1. Sich selbst mit Sticks treffen

Was kann denn nun also so passieren? Nun, beispielsweise kannst du dir mit den Sticks wehtun, zum Beispiel an den Händen oder sogar am Kopf. Das glaubst du nicht? Ist aber so. So kann es gerade am Anfang vorkommen, dass du dir ab und an beim Spielen mit einem Stick auf eine Hand schlägst, und das kann je nach Vehemenz mehr oder weniger schmerzhaft sein. So hatte ich damals, als ich angefangen hatte zu spielen, den kühnen Plan, die Hände genau andersherum bzw. übereinander zu halten, wie man es (hier als Rechtshänder) normalerweise macht. Beim Rechtshänder ist die rechte Hand über der linken und spielt meistens die Hihat. Bei mir war aber das erste Jahr die rechte Hand unten, und obwohl die Hihat selbst auch ziemlich weit unten war, habe ich mir ständig auf die Knöchel gehauen, wenn die linke Hand auf die Snare geschlagen hat.

Aber auch sonst kann das bei richtiger Handhaltung ab und an passieren, aber ich kann dich beruhigen – es kommt sehr selten vor, und je mehr du spielst, desto weniger wird es passieren.

Ich habe aber auch den Kopf erwähnt, und ob du es glaubst oder nicht – ab und an passiert es, dass man sich im hektischen Spielgewirr zum Beispiel am Ohr erwischt. Das kommt wirklich nur selten vor, aber es passiert. Doch keine Bange – das ist normal und wie gesagt – sehr, sehr selten. Und: Ich fand es immer deutlich weniger schmerzhaft als ein Schlag auf die Finger.

2. Sticks verlieren

Mit am nervigsten findest du aber wahrscheinlich, wenn du beim Spielen einen oder beide Sticks verlierst. Zu deiner Beruhigung darf ich an dieser Stelle vermerken, dass das selbst den allerbesten Schlagzeugern der Welt passiert. Dem einen mehr, dem anderen weniger. Es ist einfach eine Frage des Typs, ob man mehr dazu neigt oder weniger und hat nichts per se mit Talent zu tun. Du darfst ja nicht vergessen, dass wir es beim Schlagzeugspielen mit der etwas ungewöhnlichen Situation zu tun haben, dass du einerseits manchmal den Stick richtig fest halten musst, um einen lauten und starken Schlag auszuführen, und schon in der nächsten Sekunde musst du wieder ganz locker lassen. Und: Du bist nie exakt gleich konzentriert, wenn du spielst. Es ist einfach oft tageszeit- und tagesformabhängig, wie sicher du die Sticks in den Händen hältst.

Mit der Zeit wird es besser, und du verlierst die Sticks seltener (in der Regel immer nur einen), und gleichzeitig ist das Verlieren des Sticks eine super Gelegenheit, zu trainieren, sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht aus dem Takt bringen zu lassen. Stick weg? Nur die Ruhe! Einfach weiterspielen.

Und das klappt vor allem dann prima, wenn du dir an deinem Set in sehr gut greifbarer Nähe eine Tasche oder eine Halterung anbringst, in der zwei frische Sticks immer auf dich warten. So brauchst du keine zwei Sekunden, um einen neuen Stick zu haben, falls du einen verlierst. Bei mir warten diese Sticks links an meinem Set, direkt unter dem Soundmodul meines E-Drum-Sets.

3. Sticks brechen beim Spielen

Die brauchst du auch dann, wenn dir ein Stick beim Spielen bricht. Auch das kommt eben vor, und du weißt eigentlich nie genau, wann es passiert. Wenn du dann einfach weitestgehend ungestört weiterspielen willst (oder musst, wenn es live ist), dann brauchst du einen Stickhalter wie den eben beschriebenen. Bitte verwechsele das aber nicht mit diesen Taschen, die du vielleicht schon oft bei anderen Schlagzeugern gesehen hast und in denen sich gerne 10-20 verschiedene Sticks tummeln. Da siehst du gerne Sticks mit Filzkugeln dran oder Besen fürs Jazzspiel und vieles andere.

Darum geht es hier aber nicht, denn wenn du schnell einen neuen Stick brauchst, dann brauchst du genau eine Sorte und willst nicht in einer Tasche mit 10 oder 20 verschiedenen Stick herumsuchen müssen. Von daher empfehle ich dir, falls du auch eine Tasche mit Sticks für verschiedene Stile hast, immer auch zusätzlich die erwähnte Halterung anzubringen, die nur zwei Sticks genau des Typs enthält, den du immer zum Spielen brauchst. Und wenn dir ein Stick gebrochen ist – bitte nachbestellen. Nichts ist nerviger, als wenn du plötzlich nicht weiterspielen kannst, weil du keine Sticks zuhause oder live dabei hast.

4. Probleme mit dem Hocker

Bitte sorge dafür, dass dein Hocker richtig arretiert ist, sofern er eine solche Vorrichtung hat, denn du möchtest unbedingt vermeiden, dass der Hocker ständig von selbst seine Höhe ändert. Da du ja fast Sport auf deinem Hocker machst, kann es schon mal sein, dass die Mechanik hier und da nachgibt. Wenn du sie mit einer entsprechenden Vorrichtung jedoch arretieren kannst, dann passiert das so gut wie nie, und du fühlst dich viel wohler und sicherer auf deinem Thron.

Apropos Hocker: Die meisten Hocker sind mit Leder oder Kunstleder bezogen. Das sieht schick aus und ist ganz gut zu pflegen. Wenn du aber im Sommer mit kurzen Hosen spielst, wird dich das klebrige Leder vielleicht nerven. Hier kannst du dir so wie ich einen Baumwollüberzug aus einem alten T-Shirt nähen lassen, der durch einen Gummizug prima auf dem Sitz hält und dir beim Spielen bei hohen Temperaturen mehr Komfort bietet. Ab und zu wird er gewaschen – und fertig. Wenn du hier mehr Flexibilität haben möchtest, dann lass´ dir am besten gleich zwei nähen.

5. Gerissenes Fell

Ist dir schon einmal ein Snarefell gerissen? Oder ein Bassdrumfell? Das Fell einer Tom? Zuhause ist das kein Ding, aber live oder selbst in der Probe ist das schon ziemlich nervig. Im Falle der Bassdrum hilft eine Sichtkontrolle vor dem Event und natürlich Erfahrung. Professionelle Schlagzeuger gehen nur mit weitgehend neuen Fellen zu einem sehr wichtigen Auftritt, da ja gerade die Bassdrum in der entsprechenden Situation nur sehr schwer bis gar nicht ersetzbar ist. Hier solltest du also immer wissen, wie alt das Bassdrumfell ist und es im Zweifel vor einem wichtigen Auftritt oder einer wichtigen Probe ersetzen.

Bei der Snare ist es ein bisschen einfacher. Viele professionelle Schlagzeuger verwenden sowieso zwei Snares, die vom Typ her unterschiedlich sind und in der Regel auch seitens der Stimmung. ´Fällt´ dann mal eine ´aus´, können sie ohne Unterbrechung zur nächsten wechseln, da sie in der Regel sowieso links von der normalen Snare steht bzw. hängt.

Wenn du das aber nicht magst und aber dennoch noch eine zweite Snare besitzt, dann solltest du diese einfach immer in greifbarer Nähe haben, um die nicht mehr spielbare schnell durch die Zweitsnare ersetzen zu können.

6. Lockere Becken

Deine Becken werden oben mit einer Art Verschraubung fixiert, unter der sich ein rundes Filzstück befindet. Ziehst du die Schraube zu fest an, schwingt das Becken nicht gut oder schön genug. Das kann dich optisch oder vom Klang respektive seitens des Ausschwingverhaltens stören. Drehst du die Becken zu locker fest, dann schwingen sie dir wahrscheinlich zu viel. Also findest du schon beim ersten Versuch den besten Kompromiss für dich, und alles ist gut.

Nun liegt es aber in der Natur der Sache, dass du das Becken ja doch recht häufig zum Schwingen bringst, und dadurch kann sich diese Verschraubung lockern, und das Becken wird dann zu locker für dich. Das ist jedoch eine Sache, die ich ganz und gar nicht nervig finde, denn ich finde es absolut super, wenn ich beim Spielen merke, dass ein Becken zu locker sitzt und es dann, während ich weiterspiele(!), festdrehe.

Du meinst, das geht nicht? Nun, vielleicht nicht bei den ersten Runden, die du in deinem Leben am Set sitzt. Aber irgendwann wirst auch du das können, und dann wirst du sehen, dass es sich wirklich cool anfühlt, sein(e) Becken festzudrehen, während sich die anderen drei Gliedmaßen darum kümmern, dass der Beat weiterläuft. Klar geht das nicht immer und in jeder musikalischen Situation. Aber du wirst überrascht sein, wie oft es tatsächlich geht. Und am Anfang, wenn du noch nicht so sicher beim Spielen bist, machst du es einfach in den Spielpausen. Klar.

7. Schlagzeug zu laut

Dein Drumset ist zu laut? Zum Thema Gehörschutz gibt es bereits hier auf der Seite einen sehr ausführlichen Bericht. Aber vielleicht möchtest du dennoch beim Üben zumindest ab und an keinen Gehörschutz tragen? Nun, dann solltest du dich mit dem Abdämpfen deines Schlagzeugsets beschäftigen. Hier gibt es im Fachhandel tolle Möglichkeiten, dämpfende und schnell wechselbare Oberflächen auf die einzelnen Instrumente zu legen, und dann hast du dein Set genauso vor dir wie immer, schonst aber deine Ohren, und das ist ja das wichtigste, damit du auch jahrzehntelang Freude am Schlagzeugspielen haben kannst.

8. Triggerprobleme bei E-Drums

Bei uns E-Drummern treten hin und wieder noch andere Dinge auf, die man durchaus nervig finden kann – allem voran sogenannte Triggerprobleme. Heißt: Ein Pad (eine Schlagfläche, das können die Snare oder eine Tom, aber auch die Hihat, die Bassdrum und die Becken sein) sendet nicht mehr zuverlässig die Information, wann und wo es getroffen wurde an das Schlagzeugmodul, in dem die Sounds erzeugt bzw. die musikalischen Informationen deines Spiels weitergegeben werden. Hier kann es notwendig sein, entweder das Fell oder gegebenenfalls auch den Sensor (Trigger) auszutauschen. Geht das nicht oder hilft es nicht, kommst du nicht darum herum, ein neues Instrument zu kaufen, wobei Instrument hier immer ein  Einzelinstrument deines Sets meint – nicht, dass du mich falsch verstehst und gleich ein neues Set bestellst, wenn mal ein Pad nicht funktioniert J

Und zur Beruhigung sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass Triggerprobleme überraschend selten auftreten. Ich habe zwar keine Langzeiterfahrungen mit günstigen Sets aus Massenfertigung. Aber zumindest mit hochwertigen E-Drums-Komponenten hast du jahre- und jahrzehntelang völlig ungetrübten Spielspaß. Als Beispiel: Ich spiele meine Snare jetzt schon bestimmt zehn Jahre. Ausfallquote: Null. Bassdrum ebenso. Becken? Völlig problemlos. Drummodul? Sowieso. Tatsächlich sind gute E-Drum-Sets oft in der Anwendung und Instandhaltung deutlich leichter zu handhaben als akustische Sets – von der Aufnahme mal ganz zu schweigen.

9. Soundprobleme bei E-Drums

Wenn du mal an den Punkt kommst, dass du dich an den Sounds deines E-Drum-Sets sattgehört hast, dann brauchst du nicht gleich ein neues Set oder Drummodul zu kaufen. Denn wenn du schon einen Computer hast, dann brauchst du nur noch zwei Dinge, bzw. drei: Erstens: Eine Aufnahmesoftware (DAW), die es sogar schon kostenlos oder sehr günstig gibt. Zweitens: Ein sogenanntes Drum-PlugIn, das du in der Aufnahmesoftware lädst und drittens: Eine Möglichkeit, die Informationen, was du auf seinem E-Set spielst, an den Computer zu senden. Je nach Drummodul kann dazu ein USB-Kabel ausreichen – manchmal braucht es aber auch ein Midi-Interface nebst entsprechenden Kabeln.

Der Lohn der Mühe? Von jetzt auf nachher verwandelst du dein Set ist ein absolutes Soundmonster, denn die Sounds, die du mit diesen Drum-PlugIns kaufst, sind in der Regel vom Allerfeinsten. Sie werden in den besten Studios der Welt mit dem besten Aufnahmeequipment aufgenommen, werden zusätzlich noch mit weiteren Methoden aufwendig veredelt, und so kommt es, dass du plötzlich eben die tollsten Sounds der Welt mit deinem E-Drum-Set spielen kannst.

Und: Die Mühe lohnt sich sehr, denn schon vom ersten Schlag an klingen diese PlugIns so amtlich, dass du sie sofort zur Band oder zu einer Aufnahme von dir spielen und einsetzen kannst. Dadurch, dass sie so fantastisch gemacht sind, wirkt die Gesamtheit deines Arrangements beim Songschreiben schon alleine durch die perfekten Drumsounds um gute 30% besser als vorher, ohne dass du auch nur einen Regler drehen musstest.

10. Dein Set schränkt dich ein

Du liebst das Schlagzeugspielen, aber irgendwie fühlst du dich in deinen Möglichkeiten limitiert? Kaum etwas ist nerviger, immer und immer wieder dasselbe Crashbecken an der exakt gleichen Position zu spielen und zu hören. Und kaum etwas ist unbefriedigender als das Gefühl, du könntest eigentlich viel mehr zaubern, wenn da nicht die Limitierung von drei Toms wäre. Klar, es gibt Schlagzeuger, die stehen auf den Standard-Minimalismus, und tatsächlich kann man mit einem Standardset schon wirklich die absolut tollsten Sachen machen.

Und dennoch: Manchmal ist mehr einfach mehr. Und wenn es mehr sein soll und darf, dann solltest du jetzt über die Erweiterung deines Sets nachdenken. Vielleicht möchtest du zwei Bassdrums? Oder ein Doppelfußpedal als Alternative? Vielleicht möchtest du erleben, wie cool es klingen kann, wenn du zwei Hihats hast? Oder lieber 4 Crashbecken als nur eines oder 2? Oder eine Zweitsnare? Oder 5 statt drei Toms? Die Möglichkeiten sind grenzenlos, und ich empfehle dir, dich nicht zu limitieren. Vor allem dann nicht, wenn du sowieso schon das Gefühl hast, es fehlt dir an Spielraum und Möglichkeiten. Und: Auch ein Anfänger hat vom ersten Tag mehr Spaß – einfach, weil mehr – im wahrsten Sinne des Wortes – Spielzeug da ist. 🤟 🥁

Viel Spaß beim Schlagzeugspielen,

Dein Philip Edelmann

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Philip Edelmann

Ich bin Gründer und Geschäftsführer der OpenMusicSchool und unterrichte seit über 10 Jahren einfach und spielerisch Schlagzeug, Klavier, Keyboard, Gitarre und Bass mit Online Video Kursen.

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